Ob feiernd, antifaschistisch, anarchistisch, revolutionär, erlebnisorientiert oder gemütlich — am 1. Mai ist auch in diesem Jahr wieder jede Menge geboten. Ein Überblick.
Bereits am Vorabend zum 1. Mai kann man sich bei verschiedenen Veranstaltungen auf den kommenden Tag einstimmen.
Ab 18 Uhr heißt es in Heidelberg bereits zum 11. Mal „Zusammen kämpfen - zusammen feiern!“ beim Antifaschistischen Straßenfest. Es gibt Infostände, Redebeiträge, AgitProp-Puppentheater, Quiz, Live-Musik mit der Freiburger Folk-Punk-Band „Ahead to the Sea“ und im Anschluss wie immer „Fang den Hut!“ in der Altstadt. (Aufruf)
Zur gleichen Zeit steigt in Tübingen die Mayday!Parade für Globale Soziale Rechte mit Musik- und Themenwägen, Theater und Performances.
Wer am 1. Mai nichts verpassen will, sollte nach der Party allerdings nicht zu lange ausschlafen. Denn auch die Nazis versuchen dieses Jahr wieder, den 1. Mai für sich zu instrumentalisieren. Neben Großaufmärschen in Hamburg und Nürnberg ist auch im südwestdeutschen Raum eine Nazidoppeldemo in Kaiserslautern und Neustadt/Weinstraße geplant. Organisiert wird der Aufmarsch von einer „Bürgerinitiative für soziale Gerechtigkeit“, hinter der bekannte Nazi-Kader des „Aktionsbüro Rhein-Neckar“ stehen. Die Nazis erwarten etwa 300 Gleichgesinnte. Die Demo in Kaiserslautern ist für 11 Uhr angekündigt, in Neustadt soll es um 15 Uhr losgehen. Treffen für Antifas ist jeweils eine Stunde vorher. Genauere Infos zu den geplanten Gegenaktivitäten finden sich auf der Mobilisierungsseite, bei der Autonomen Linken Vorderpfalz und beim AK Antifa Mannheim. Die Möglichkeit zur Afterparty gibt es beim Konzert von Der Tante Renate im Fatal in Landau.
Um den 1. Mai inhaltlich nicht den Nazis zu überlassen, findet am Abend des 1. Mai in Mannheim zusätzlich eine antikapitalistische Kundgebung statt. Verschiedene Mannheimer Gruppen und Einzelpersonen rufen dazu auf und mobilisieren auf 19 Uhr zum Paradeplatz in der Innenstadt.
Auf dem Weg in die Pfalz ist sicherlich auch ein Zwischenstopp in Strasbourg zu empfehlen. Hier beginnt bereits um 10 Uhr die Gewerkschaftsdemo. Die Anarchistische Gruppe Ortenau und die Fédération Anarchiste de Strasbourg rufen mit der Forderung nach mehr Selbstverwaltung zur Teilnahme am anarchistischen Block auf. Nach der Demo geht es im Molodoi mit veganer Vokü, Infoständen und einem Film weiter.
Wer sich weder den Nazis in den Weg stellen noch den anarchistischen Black Block unterstützen möchte, sondern eigene revolutionäre Ziele verwirklichen will, kann auch hier auf ein breites Angebot zurückgreifen. Heraus geht es zum revolutionären 1. Mai u.a. in: Stuttgart, Zürich, Lausanne, Hamburg und - natürlich - Berlin.
Für alle, die den 1. Mai lieber im beschaulichen Freiburg verbringen wollen, findet selbstverständlich auch das traditionelle, gewerkschaftliche Bratwurstessen statt, ab 11 Uhr am Stühlinger Kirchplatz.
Erster Mai — Zur Geschichte eines Tages (PDF) (Sisyphos)
Die Nazis und der 1. Mai (Antifaschistische Aktion Freiburg)
Der 1. Mai — Ursprung und Gegenwart (Fédération Anarchiste de Strasbourg, Antifaschistische Aktion Offenburg)
1. Mai Rhein Neckar (Interview) (indymedia, 26.04.2008)
1. Mai - Naziaufmärsche in der Pfalz (indymedia, 11.04.2008)
Aufmärsche am 1. Mai (Junge Welt, 09.04.2008)
Der 1. Mai kommt zu Himmelfahrt (Neues Deutschland, 08.04.2008)
Artikel aus verschiedenen Pfälzer Tageszeitungen