Antifaschistische Aktion Freiburg

Newswire


Gegen das Heldengedenken in Halbe!
Mittwoch, 28.02.2007

Das sogenannte „Heldengedenken“, das seit mehreren Jahren im brandenburgischen Halbe stattfindet, ist neben dem „Heß-Gedenkmarsch“ in Wunsiedel eines der größten und wichtigsten Events der Naziszene. Wir unterstützen den antifaschistischen Protest des ‚Berlin-Brandenburger Bündnis NS-Verherrlichung stoppen!‘:

Was passiert in Halbe?

Auf dem Waldfriedhof liegen 23.000 deutsche Soldaten. SS- und Waffen-SS Angehörige, Volkssturmmänner und Hitlerjungen, die in der letzten großen Kesselschlacht des 2. Weltkrieges lieber sterben wollten, als sich den Befreiern der Roten Armee zu ergeben und so ihr Leben zu retten. Der Aufmarsch in Halbe hat für die Neonazis immense symbolische Bedeutung. Wie im fränkischen Wunsiedel oder beim Naziaufmarsch anlässlich der Bombardierung Dresdens 1945 sehen sie hier die Möglichkeit, unter dem Deckmantel eines Trauermarsches offen an nationalsozialistische Traditionen anzuknüpfen und zu verherrlichen. Unter dem Schlachtruf „Straße frei der deutschen Jugend“ wird für den braunen Nachwuchs hier eine nationalsozialistische Erlebniswelt inszeniert. So sollen nicht nur nationalsozialistische Traditionen gepflegt werden, sondern darüber hinaus emotionale Bindungen geschaffen werden, um die Herausbildung einer nationalsozialistischen Identität zu befördern. Zusätzlich vermitteln diese Aufmärsche Stärke und Zusammenhalt. Durch den überregionalen, oftmals internationalen Charakter dieser Veranstaltungen wird dieser Eindruck verstärkt. Hier ergeben sich für die Nazis die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen, die wiederum die Zusammenarbeit über einzelne Großveranstaltungen hinaus fördern.

Nazis in Halbe 1990 – 2006

Schon in den Jahren 1990 und 1991 versammelte sich die militante Naziszene der Bundesrepublik am „Volkstrauertag“ in Halbe. Danach wurde der Naziaufmarsch bis zum Jahr 2002 verboten. 2003 fand das „Heldengedenken“ mit etwa 700 Teilnehmern unter dem Motto „Ruhm und Ehre dem deutschen Frontsoldaten“ wieder statt. Am 12. November 2005 waren es dann schon über 1.700 Nazis, die sich in Halbe versammelten. Bis 2004 blieb die Antifa bei den Protesten gegen die Naziaufmärsche weitgehend unter sich. Aber seit dem 12. November 2005 haben auch BürgerInnen aus Halbe und Umgebung, Verbände und Parteien aus dem Land Brandenburg den Protest gegen die Nazis für sich entdeckt. Der Naziaufmarsch konnte durch eine Blockade der Naziroute verhindert werden. Am 11. März 2006 jedoch sicherte die Brandenburger Polizei den störungsfreien Ablauf des Naziaufmarsches unter Führung des Hamburger Neonazikaders Christian Worch. Dieses Jahr könnte sich dieser Vorgang wiederholen. Am Volkstrauertag 2006 konnten die Nazis auf Grund des “Tag der Demokraten” nicht in Halbe, sondern ‘nur’ in Seelow ihr “Heldengedenken” durchführen. Aus diesem Grund weichen die Nazis nun auf den ursprünglichen Termin des Heldengedenkens, 5 Wochen vor Ostern, aus.

Kein Nazi-Wallfahrtsort

Ein jährliches Treffen von über 1.000 Nationalsozialisten, auf dem offen der Nationalsozialismus verherrlicht wird, können wir nicht hinnehmen. Halbe könnte der größte Neonazi-Wallfahrtsort in Deutschland werden, insbesondere wenn er als Ersatz für den so genannten "Rudolf-Hess-Marsch“ in Wunsiedel herhalten muss, der verboten wurde. Verhindern kann dies nur ein breites antifaschistisches Bündnis, ohne Berührungsängste mit einem solidarischen Miteinander aller Formen von Protest und Widerstand. Der Naziaufmarsch im fränkischen Wunsiedel wurde nach einer langen Kampagne verhindert. So soll es auch in Halbe sein.

NS-Verherrlichung stoppen!

Mehr Infos über Halbe

Bundesweite Kampagne ‚NS-Verherrlichung stoppen‘mit Infos zu Wunsiedel und Dresden




Proteste gegen rechten Fackelmarsch in Pforzheim
Mittwoch, 28.02.2007

Am 23. Februar protestierten etwa 350 Menschen gegen eine Kundgebung des neonazistischen Vereins „Freundeskreis Ein Herz für Deutschland“ in Pforzheim. Seit 1994 nutzt der Verein den Jahrestag der Bombardierung der Stadt, um den „Pforzheimer Bombenopfern“ mit Fackeln zu gedenken. Am 23. Februar 1945 wurde Pforzheim aufgrund seiner Rüstungsindustrie bombardiert. Auch in diesem Jahr konnte sich der geschichtsrevisionistische Verein darauf verlassen, dass die Stadt Pforzheim durch die Erhebung von Anmeldegebühren für Demonstrationen den antifaschistischen Protest erschwert.


Freiburg rätselt
Samstag, 24.02.2007

Die Badische Zeitung berichtet in ihrer Samstagsausgabe vom 24.02.2007 über die Vermehrung der Freiburger Antifa-Szene. "Den Weg alles Irdischen", so die BZ, "ging die Antifa Freiburg: Es gibt sie nicht mehr. Ach nein, jetzt gibt es sie doppelt. Die Gruppe hat sich nämlich — nach einer Abschiedsparty in der KTS mit Sekt und Feuerwerk — aufgeteilt in die Autonome Antifa Freiburg (http://autonome-antifa.org) und die Antifaschistische Aktion Freiburg (http://antifaschistische-aktion.net)." Über die Gründe für das unerwartete Anwachsen kann auch die stets gut unterrichtete Lokalpresse nur spekulieren. "Nun rätselt Freiburg: Ob die Bewegung wohl von 10 auf 20 Mitglieder angewachsen ist? Oder vielleicht von 100 auf 1000? Oder haben die sich einfach nur gestritten?" Vielleicht ist sie aber auch von 1000 auf 100 000 angewachsen und hat sich überhaupt nicht gestritten? Fest steht nur: Freiburg darf auch weiterhin rätseln...


Kundgebung gegen Nazi-Mahnwache in Pforzheim am 23.02.07
Mittwoch, 21.02.2007

Am 23. Februar findet in Pforzheim gegen die traditionelle Nazi-Mahnwache des neonazistischen F.H.D. eine antifaschistische Kundgebung statt. In Pforzheim gibt es seit Jahren eine feststrukturierte Naziszene. Zudem wird in Pforzheim die Versammlungsfreiheit eingeschränkt. Im Vorfeld gab es wieder städtische Repression gegen linke Veranstaltungen. Ab Stuttgart und Karlsruhe wird es eine gemeinsame Zugfahrt nach Pforzheim geben. Treffpunkt in Pforzheim: 17.30 Uhr, Marktplatz.



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