Für Widerstand wird nicht bezahlt!
Freitag, 04.05.2007
Neben Wunsiedel hat sich Halbe in den letzten Jahren zu einem zentralen Ort der NS-Verherrlichung entwickelt. Gegen einige AntifaschistInnen, die diesen Zustand unerträglich genug finden, um ihn praktisch ändern zu wollen, hat die Staatsanwaltschaft nun Bußgeldbescheide erlassen und damit deutlich gemacht, was von den Aufrufen zu Zivilcourage gegen rechts von PolitikerInnen zu halten ist.
Aus diesem Anlass haben AntifaschistInnen folgende Protesterklärung veröffentlicht:
Wir erklären: Naziaufmärsche zu blockieren ist unser Recht
Als am 3. März 2007 wieder einmal Nazis zum Waldfriedhof in Halbe
marschieren wollten, stellten sich einige hundert Menschen auf die
Straße um den Aufmarsch zu blockieren. Einige von ihnen spannten ein
Transparent zwischen Bäume und hängten sich an die Seile.
Die Polizei räumte den Nazis rücksichtslos den Weg frei. Dabei wurden
Leute geschoben und getreten, der Vorsitzende der Fraktion der
Linkspartei. PDS des Kreistages Oberhavel, Peter Linger, wurde von einem
Polizisten so heftig attackiert, dass er sich einen komplizierten
Handgelenkbruch zuzog. Andere trugen Prellungen und blaue Flecken davon.
Anschließend stellte die Polizei von 70 Menschen die Identität fest. Die
Betroffenen waren zum einen von der Polizei eingekesselt und zum andern
willkürlich aus der Gruppe protestierender Menschen herausgegriffen worden.
Zwei Wochen später bekamen alle einen Bußgeldbescheid über 124 €. Der
Vorwurf: „Sie handelten ordnungswidrig, indem Sie sich trotz Auflösung
(..)durch die (..)Behörde nicht unverzüglich vom Versammlungsort
entfernten.“
Es ist ein Unding, dass einerseits von PolitikerInnen aller Parteien
immer wieder Zivilcourage gegen rechts eingefordert wird und
andererseits tatsächlich gezeigte Zivilcourage mit Bußgeldverfahren und
teils schweren Verletzungen „bezahlt“ werden muss. Blockaden sind ein
legitimes Mittel sich gegen Naziaufmärsche zur
Wehr zusetzen. Viele von den Bußgeldbescheiden Betroffenen haben das
skandalöse Verhalten der Brandenburger Polizeibehörden nicht hingenommen
und Widerspruch gegen die Bescheide eingelegt. Schließlich waren Sie im
November 2006 von der Öffentlichkeit, der Presse und von zahlreichen
Brandenburger Parteienvertretern für das bejubelt worden, weshalb sie
jetzt bestraft werden sollen, der Blockade des nazistischen
Heldengedenkens in Halbe.
Wir erklären:
Wenn Nazis marschieren, werden wir dagegen protestieren. Wenn es
notwendig ist mit einer Blockade! Denn Faschismus ist keine Meinung,
sondern ein Verbrechen!
Wir fordern die Rücknahme der Bußgeldbescheide!
Bezahlt wird nicht!
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