CDU-Minister spricht vor rechten Burschen
Donnerstag, 19.04.2007
Dass die Landes-CDU sich nicht eindeutig nach links abgrenzt, kann man ihr dieser Tage wirklich nicht vorwerfen. Nach Ministerpräsident Öttingers Laudatio für den verstorbenen „Nazigegner“ Filbinger legt nun Wissenschaftsminister Frankenberg nach und spricht anlässlich des Jubiläums der Universität Mannheim vor einem Haufen rechter Burschen.
Der ak antifa Mannheim hat dazu eine Pressemitteilung veröffentlicht:
Pressemitteilung vom 18.04.2007
An die Medien mit Bitte um Veröffentlichung
Frankenberg spricht vor rechtsextremen Burschenschaften in Mannheim
Für den ak antifa
Am Samstag, den 21. April 2007 soll in den Räumen der Universität
Mannheim eine akademische Feier Mannheimer Korporationen stattfinden.
Unter dem Motto 100 Jahre Universität Mannheim soll unter anderem Peter
Frankenberg, baden-württembergischer Wissenschaftsminister und
ehemaliger Rektor der Universität Mannheim ein Grußwort sprechen. Unter
den ausrichtenden Kooperationen befinden sich die Burschenschaften
„Turnerschaft Fridericiana zu Mannheim/ Heidelberg“, „Germania zu
Mannheim“ und die Burschenschaft Hansea zu Mannheim, die Mitglied in der
„Deutschen Burschenschaft“ (DB) ist.
Die DB ist mit 15.000 Mitgliedern der größte Dachverband deutscher
Burschenschaften und zeichnet sich durch eine patriarchale, völkische,
nationale und rassistische Tradition aus. Die Aufnahmekriterien in die
DB sind bezeichnend: So dürfen weder Fauen, Kriegsdienstverweigerer
noch MigrantInnen Mitglied in einer der angeschlossenen Burschenschaften
sein.
Die nationalistische Gesinnung der DB zeigt sich daran, dass sie, wenn
sie von Deutschland spricht, nicht die BRD meint, sondern noch immer von
einer großdeutschen „Lösung“ träumt.
Diverse Männlichkeitsrituale sind fester Bestandteile der DB, was sich
schon allein darin zeigt, dass alle Verbinungen pflicht-schlagend sind.
Sören Schmidt, ein Sprecher des AK Antifa Mannheim: „Wir halten es für
einen Skandal, dass rechtsextreme Burschenschaften Räumlichkeiten der
Universität Mannheim zur Verfügung gestellt bekommen und sowohl
Vertereter der Stadt Mannheim als auch des Landes Baden-Württemberg sie
mit Grußbotschaften willkommen heißen. Kurz nachdem Ministerpräsident
Öttinger versucht hat, den NS-Richter Filbinger zu rehabilitieren,
spricht der Wissenschaftsminister vor eindeutig rechtsextremen
Burschenschaften. Das zeigt, dass die baden-württembergische CDU wenig
Berührungsängste mit Rechtsextremismus kennt und sich somit zum Teil
dieses Problems macht.“
Für weitere Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung
AK Antifa Mannheim
Quelle: Infoladen Ludwigsburg
|