Hausdurchsuchungen in Bühl
Mittwoch, 30.07.2008
Am frühen Morgen des 16.Juli fanden in Bühl, Gaggenau, Gernsbach und
Achern mehrere Hausdurchsuchungen durch BeamtInnen der Kriminalpolizei aus
Rastatt und Offenburg statt.
Vereinzelt waren auch BeamtInnen des jeweiligen Ordnungsamtes (als ZeugInnen)
und der Direktion Staatsschutz in die Aktionen der Polizei eingebunden.
Begründet wurde das Vorgehen mit der Aufarbeitung der Geschehnisse des 4. Juli.
An diesem Tag besetzten rund 50 Menschen ein leerstehendes Haus im
badischen Bühl, um für einen selbstverwalteten Jugendraum zu
demonstrieren. Nach Abschluß der vierstündigen Aktion versuchten die
Cops, Einzelne aus der geschlossen abziehenden Gruppe heraus zu ziehen.
Dabei setzten sie Pfefferspray sowie Polizeihunde ein. 3 AktivistInnen
wurden in Gewahrsam genommen, mehrere wurden verletzt.
Durch die Polizei wurde gegen mehr als ein Dutzend Personen
Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs eingeleitet. Pikant hierbei
ist, dass an besagtem Abend willkürliche Personenkontrollen im Bühler
Stadtgebiet ausreichten, um die eingeleiteten Verfahren und die
Hausdurchsuchungen durchsetzen und rechtfertigen zu können.
Insgesamt wurden 18 Objekte von der Polizei durchsucht und hierbei
zahlreiche Gegenstände wie Computer, Festplatten, Kameras, Handys und
Speichermedien beschlagnahmt.
Der Umfang, den die Ermittlungen annehmen, lässt eigentlich nur den
Schluss zu, dass es sich hierbei um eine bewusst repressive Maßnahme
seitens der Behörden gegen die sich etablierende linke Szene in Bühl und Umgebung handelt.
Diesen Durchsuchungen liegen zweierlei Motive zu Grunde. Einerseits
versucht die Polizei, tiefere Einblicke in die örtlichen linken
Strukturen zu erhalten und andererseits die teils sehr jungen
Beschuldigten einzuschüchtern und sie von weiterer politischer
Arbeit abzuhalten.
Wir rufen zur Unterstützung der Betroffenen auf!
Keine Kooperation mit staatlichen Repressionsorganen!
Solidarisiert euch mit den Betroffenen!
Schafft rote Hilfe!
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