Übergriff bei Beerdigung von Altnazi Friedhelm Busse
Montag, 28.07.2008
Am Samstag, den 26. Juli wurde der in der Nacht auf den 23. Juli verstorbene Nazi-Kader Friedhelm Busse in Passau beigesetzt. Busse war u.a. Vorsitzender der 1995 verbotenen nationalsozialistischen „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP) und NPD-Kader. Während des zweiten Weltkrieges war Busse Mitglied der „SS-Panzerdivision Hitler-Jugend“. Zu seiner Beerdigung war zahlreiche Naziprominenz erschienen: vom NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt über „Kameradschaftsführer“ Christian Worch bis hin zu süddeutschen Kadern wie Norman Bordin aus Bayern und René Rodriguez-Teufer aus Rheinland-Pfalz. Der bekannte Neonazi Thomas Wulff wurde zwischenzeitlich in Gewahrsam genommen, weil er den Sarg mit einer Hakenkreuzfahne geschmückt hatte.
Nach der Beerdigung formierten sich die „Trauergäste“ zu einem Aufmarsch, an dessen Rand der Journalist Robert Andreasch, der das Geschehen dokumentieren wollte, angegriffen und durch Schläge und Tritte verletzt wurde. Elf der Täter wurden vorläufig festgenommen.
Im weiteren Verlauf des Tages formierten sich ca. 60 Nazis zu einem weiteren Aufmarsch in Passau, um gegen die Verhaftungen zu protestieren. Im Verlaufe dieses Aufmarsches wurden verbotene antisemitische Parolen skandiert und einzelne Nazis verübten einen rassistischen Übergriff auf eine Passantin.
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