Stolberg: neonazistischer Märtyrerkult
Mittwoch, 23.04.2008
Am Samstag, den 26. April wollen NPD und „freie Kameradschaften“ bereits zum dritten Mal innerhalb eines Monats in Stolberg in Nordrhein-Westfalen aufmarschieren. Dort war es Anfang April zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen Jugendlicher gekommen, die für einen Beteiligten tödlich endete. Da sich in seiner Begleitung auch ein Mitglied der NPD befunden hatte und da der Tatverdächtige vermeintlich ein Migrant (tatsächlich allerdings ein in Deutschland geborener Staatenloser) ist, instrumentalisieren Nazis verschiedener Lager den Vorfall als Beleg für einen „Kampf der Kulturen“ und stilisieren den getöteten 19Jährigen zum „Märtyrer für Deutschland“. Ungeachtet dessen, dass die Eltern des Getöteten bestreiten, dass es sich bei ihm um einen NPD-Anhänger gehandelt habe, versammelten sich am 12. April ca. 800 Nazis zu einem „Trauermarsch“. Derzeit versuchen sonst konkurrierende faschistische Organisationen, einen Märtyrerkult um den Vorfall zu installieren und Stolberg zu einem identitätsstiftenden Pilgerort für Nazis zu machen.
Gegen den angekündigten Aufmarsch gibt es breiten antifaschistischen Protest, damit Stolberg sich nicht zu einer organisationsübergreifenen Alternative für das zunehmend unattraktiv gewordene Wunsiedel entwickelt.
Informationen: 1, 2 und 3.
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