Mecklenburg-Vorpommern: Jugendklub an FaschistInnen übergeben
Dienstag, 20.11.2007
Die Gemeinde Bargischow im Landkreis Ostvorpommern, dem äußersten Osten Mecklenburg-Vorpommerns, hat kürzlich einen Gemeindesaal offiziell dem „Heimatbund Pommern“ übergeben. Dies berichtet das Web-Portal redok.de am 13. November 2007.
Bereits seit Jahren proben Nazi-Bands im Jugendklub des Dorfes, über den der „Heimatbund Pommern“ die Schlüsselgewalt hat. Dieser faschistischen Organisation gehören u.a. der stellvertretende NPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, Tino Müller, wohnhaft in Ueckermünde, sowie Michael Gielnick, der auf Platz sieben der NPD-Landesliste nur knapp den Einzug in den Landtag verpasst hatte, an.
Vergangenes Jahr bekamen die FaschistInnen von der Gemeinde das Klubhaus zur Verfügung gestellt. Dort hielten sie ihre „Heimatabende“ ab. „Ostarafest“ und „Heldengedenktag“ standen auf dem Programm. Die Gemeinde unterstützte die rechte Truppe mit Baumaterialien für die Renovierung des Nazi-Treffs.
Nun wurde der Klub auch ganz offiziell den FaschistInnen überlassen. Bei einer Sitzung der GemeindevertreterInnen erklärte der parteilose Bürgermeister Karl-Heinz Thurow am Donnerstag vor zwei Wochen: „Wir haben den Klub offiziell an die Jugendlichen übergeben.“ Die „Jungs“ würden dort „für Ordnung sorgen“.
In Bargischow dominieren die FaschistInnen schon seit Jahren. Bei der Bundestagswahl 2005 bekam die NPD dort 17,2 Prozent, ein Jahr später bei der Landtagswahl im September 2006 wurde die Nazi-Partei in dem 400-Seelen-Ort mit 31,6 Prozent stärkste Partei.
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