Weg mit der Freiburger Nazikneipe!
Mitteilung vom 13. April 2007
Die NPD versucht seit Jahren in Freiburg Fuß zu fassen. Den „Kampf um die
Straße“ verlor sie mit ihrem peinlichen Aufmarschversuch 2002. Im „Kampf um
die Parlamente“ versagte die Nazipartei trotz ihres aggressiven
Bundestagswahlkampfes 2005 und wegen ihres lächerlichen Landtagswahlkampfes
2006. Als Folge beschränkt sich die NPD in Freiburg auf den „Kampf um die
Köpfe“, doch auch mit dieser Strategie werden die Nazis scheitern.
Die Freiburger NPD traf sich am Sonntag, den 18. März 2007 im Hinterzimmer des
Gasthauses „Türmle“ in der Hinterkirchstraße 1 an der Zähringer Straße,
zwischen den Tram-Haltestellen Hornus- und Tullastraße. Der Wirt der „gut
bürgerlichen“ Kneipe hat offensichtlich keine Probleme damit, sein Lokal als
Veranstaltungsort für Nazis zur Verfügung zu stellen und schätzt die braunen
Gäste als Geldeinnahmequelle.
An diesem Tag hatte die NPD Jürgen Schwab ins Freiburger „Türmle“ eingeladen.
Jürgen Schwab, Jahrgang 1967, war von 1985 bis 1990 Mitglied der
Republikaner. Er studierte von 1991 bis 1995 Germanistik in Bamberg ist
Mitglied der Burschenschaften „Thessalia zu Prag“, Bayreuth und der
Burschenschaft „Germania“, Graz. 2000 trat er in die NPD ein und war
Mitgründer der „Deutschen Akademie“, einem faschistischen Think Tank mit
engen Verbindungen zur NPD-Hochschulorganisation NHB. Schwab wurde
Mitarbeiter der NPD-Parteizeitung "Deutsche Stimme" und Leiter des
Arbeitskreises „Volk und Staat“ beim NPD-Parteivorstand. 2004 kehrte er der
Partei den Rücken, da sie ihm nicht mehr „nationalrevolutionär“ genug war.
Schwab schreibt für die Burschenzeitschrift „Aula“, die Nazizeitungen „Neue
Ordnung“, „Deutschland in Geschichte und Gegenwart“, „Nation & Europa“ und
für die sächsische JN-Zeitschrift „Hier & Jetzt“ sowie für das
Naziportal „Störtebeker-Netz“, wo er zuletzt in seiner Kolumne „Zur
Judenfrage“ zynisch schrieb: „Es ist etwas völlig Normales, wenn deutsche
Nationalisten spätestens seit 1945 einen antijudaistischen Reflex besitzen.“
Außerdem ist Jürgen Schwab Autor dutzender Nazibücher, von denen er in
Freiburg „Die Westliche Wertegemeinschaft“ vorstellen sollte, in dem er einen
revolutionären „Systemwechsel“ propagiert: „Die existentiellen Probleme vor
allem der europäischen Völker sind nur noch mittels eines Ausstieges aus
der ‚westlichen Zivilisation‘ zu lösen.“
Zu der Veranstaltung im „Türmle“ kamen 15 Nazis verschiedenen Alters und
Geschlechts aus ganz Südbaden, zum Teil mit ihren Kindern. Unter den Gästen
befand sich beispielsweise Christoph Bauer, Jahrgang 1967, der bei der
Bundestagswahl 2005 für die NPD Waldshut kandidierte. Bauer war Leiter der
Lörracher Ortsgruppe der Naziorganisation „Aktion Sauberes Deutschland“ (ASD)
und wurde bereits 1995 wegen neonazistischer Betätigung verurteilt. Bis zu
seiner Inhaftierung war er die Kontaktperson der Zeitschrift „Der
Schulungsbrief“, dem zentralen Schulungsblatt der ASD für die „interne
Schulung aktiver NS-Kämpfer“. Die Zeitschrift diente aber auch der
Anti-Antifa-Arbeit, so wurden „in der Ausgabe 5/94 einige Adressen der Antifa
veröffentlicht, und ihr wisst ja, wie damit zu verfahren ist.“
Mitte der 1990er Jahre wollte Christoph Bauer gemeinsam mit den Nazis Wolfgang
Lutz und Ernst Tag eine „arische Kolonie“ in Südamerika gründen. Bauer wurde
2003 wegen Schmierestehens bei der Schändung des Jüdischen Friedhofs im
pfälzischen Busenberg im Jahr 1994 zu einer Haftstrafe auf Bewährung
verurteilt. Christoph Bauer studierte Politik, Geschichte und Germanistik in
Freiburg.
Noch ist die Freiburger Naziszene im Vergleich zu anderen Städten klein, noch
sind Nazis im Freiburger Stadtbild eine Seltenheit und faschistische
Übergriffe die Ausnahme. Um diesen seltenen und komfortablen Zustand auch
weiterhin zu sichern, bedarf es konsequenter antifaschistischer Gegenwehr und
der Zerschlagung faschistischer Strukturen.
FaschistInnen angreifen!
Autonome Antifa Freiburg
Antifaschistische Aktion Freiburg
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